Bremsweg-Rechner
Anhalteweg aus Geschwindigkeit und Reaktionszeit berechnen.
0 m
Anhalteweg bei normaler Bremsung (Faustformel)
| Reaktionsweg | 0 m |
|---|---|
| Bremsweg (normale Bremsung) | 0 m |
| Bremsweg (Gefahrbremsung) | 0 m |
| Anhalteweg (Gefahrbremsung) | 0 m |
Was berechnet der Bremsweg-Rechner?
Wer ein Hindernis sieht, steht nicht sofort. Zuerst vergeht die Reaktionszeit: Du erkennst die Gefahr, nimmst den Fuß vom Gas und trittst auf die Bremse. In dieser Zeit fährt das Auto ungebremst weiter – das ist der Reaktionsweg. Erst danach beginnt der Bremsweg, bis das Fahrzeug steht. Beide zusammen ergeben den Anhalteweg. Der Rechner nutzt dafür die Faustformeln, die in Deutschland in der Fahrschule und in der Theorieprüfung verwendet werden, und zeigt die Werte für eine normale Bremsung und für eine Gefahrbremsung.
So wird gerechnet
Mit v = Geschwindigkeit in km/h und t = Reaktionszeit in Sekunden rechnet der Rechner:
- Reaktionsweg = (v ÷ 10) × 3 × t
- Bremsweg bei normaler Bremsung = (v ÷ 10) × (v ÷ 10)
- Bremsweg bei Gefahrbremsung = (v ÷ 10) × (v ÷ 10) ÷ 2
- Anhalteweg = Reaktionsweg + Bremsweg (jeweils für normale Bremsung und Gefahrbremsung)
Alle Ergebnisse werden in Metern mit einer Nachkommastelle angezeigt. Die Fahrschul-Faustformel für den Reaktionsweg geht von einer Sekunde Reaktionszeit aus; der Rechner multipliziert sie mit der eingegebenen Zeit, damit du auch längere oder kürzere Reaktionszeiten durchspielen kannst. Lässt du das Feld leer, rechnet er mit 1 Sekunde.
Faustformel und Physik im Vergleich
Physikalisch gilt für den Bremsweg bei gleichmäßiger Verzögerung: Bremsweg = v² ÷ (2 × a), mit v in m/s (km/h ÷ 3,6) und a als Verzögerung in m/s². Die Faustformel (v ÷ 10)² entspricht dabei einer Verzögerung von rund 3,9 m/s² – das ist eine zügige, aber noch normale Bremsung. Die halbierte Formel für die Gefahrbremsung entspricht rund 7,7 m/s². Moderne Pkw mit ABS und guten Reifen schaffen auf trockenem Asphalt oft etwas mehr; mit 8 m/s² ergeben sich aus 100 km/h rund 48,2 m Bremsweg. Gesetzlich vorgeschrieben ist für Pkw eine Mindestverzögerung von 5 m/s² (§ 41 Abs. 4 StVZO).
Auch der Reaktionsweg ist leicht aufgerundet: In einer Sekunde legst du bei 100 km/h genau 100 ÷ 3,6 ≈ 27,8 m zurück, die Faustformel ergibt 30 m. Diese kleine Reserve ist gewollt – die Formeln sollen leicht im Kopf zu rechnen sein und eher zu lange als zu kurze Wege liefern.
Beispiel 1: 100 km/h auf der Landstraße
Mit den Vorgaben des Rechners – 100 km/h und 1 Sekunde Reaktionszeit – ergibt sich:
- Reaktionsweg: (100 ÷ 10) × 3 × 1 = 30,0 m
- Bremsweg normal: 10 × 10 = 100,0 m, Anhalteweg 130,0 m
- Bremsweg Gefahrbremsung: 100 ÷ 2 = 50,0 m, Anhalteweg 80,0 m
Selbst bei einer Gefahrbremsung brauchst du also rund 80 m, bis das Auto steht – fast so viel wie ein Fußballfeld lang ist.
Beispiel 2: 50 km/h innerorts, einmal abgelenkt
Innerorts fährst du 50 km/h, und plötzlich läuft ein Kind zwischen parkenden Autos auf die Straße. Bist du aufmerksam (1 Sekunde), beträgt der Reaktionsweg 15,0 m, der Bremsweg bei Gefahrbremsung 12,5 m – Anhalteweg 27,5 m. Schaust du kurz aufs Navi und reagierst erst nach 2 Sekunden, verdoppelt sich der Reaktionsweg auf 30,0 m, und der Anhalteweg wächst auf 42,5 m. Die 15 m Unterschied entstehen ausschließlich durch die eine Sekunde Ablenkung, in der das Auto ungebremst weiterrollt.
Schritt für Schritt
- Trage die Geschwindigkeit in km/h ein, zum Beispiel 30, 50, 100 oder 130.
- Gib die Reaktionszeit in Sekunden an. 1 Sekunde ist der übliche Ansatz; für Müdigkeit oder Ablenkung kannst du 1,5 oder 2 Sekunden einsetzen.
- Lies oben den Anhalteweg bei normaler Bremsung ab.
- In der Tabelle siehst du zusätzlich Reaktionsweg, Bremsweg und Anhalteweg bei einer Gefahrbremsung.
- Vergleiche verschiedene Geschwindigkeiten: Der Bremsweg wächst quadratisch, doppeltes Tempo bedeutet vierfachen Bremsweg.
Typische Werte bei 1 Sekunde Reaktionszeit
Mit dem Rechner ermittelt, Faustformeln, trockene Fahrbahn:
| Tempo | Reaktionsweg | Bremsweg normal | Anhalteweg normal | Bremsweg Gefahr | Anhalteweg Gefahr |
|---|---|---|---|---|---|
| 30 km/h | 9,0 m | 9,0 m | 18,0 m | 4,5 m | 13,5 m |
| 50 km/h | 15,0 m | 25,0 m | 40,0 m | 12,5 m | 27,5 m |
| 70 km/h | 21,0 m | 49,0 m | 70,0 m | 24,5 m | 45,5 m |
| 100 km/h | 30,0 m | 100,0 m | 130,0 m | 50,0 m | 80,0 m |
| 130 km/h | 39,0 m | 169,0 m | 208,0 m | 84,5 m | 123,5 m |
Gut zu sehen: Bei Tempo 30 statt 50 sinkt der Anhalteweg bei Gefahrbremsung auf weniger als die Hälfte – von 27,5 m auf 13,5 m. Deshalb macht Tempo 30 vor Schulen und in Wohngebieten einen so großen Unterschied.
Häufige Fehler und Grenzen
- Normale Bremsung und Gefahrbremsung verwechseln: (v ÷ 10)² ist die normale Bremsung. Für eine Vollbremsung im Notfall gilt die halbierte Formel. In der Theorieprüfung wird je nach Aufgabe ausdrücklich nach der einen oder anderen gefragt.
- Nur trockene Fahrbahn: Bei Nässe kann sich der Bremsweg grob verdoppeln, bei Schnee und Eis vervielfachen. Diese Faktoren rechnet der Rechner nicht ein.
- Fahrzeug und Zustand: Abgefahrene Reifen, falscher Reifendruck, schwere Beladung, ein Anhänger oder Gefälle verlängern den Bremsweg. Motorräder, Lkw und Gespanne bremsen anders als ein Pkw.
- Reaktionszeit unterschätzen: 1 Sekunde gilt für aufmerksame Fahrer. Müdigkeit, Alkohol, Medikamente oder das Smartphone verlängern sie deutlich.
- Faustformel ist kein Messwert: Die Formeln sind bewusst vereinfacht. Für Gutachten oder Unfallrekonstruktion werden Verzögerung, Bremsschwellzeit und weitere Größen genau bestimmt.
Alle Ergebnisse sind Richtwerte zum Verständnis und für die Führerscheinvorbereitung.
Passende Tools
Wie schnell du in m/s unterwegs bist, rechnet der Geschwindigkeit-Konverter um. Für die Fahrt selbst helfen der Kraftstoffkosten-Rechner und der Verbrauchsrechner. Ob deine Reifengröße zum Fahrzeug passt, prüft der Felgengrößen-Rechner, und wie viel ein Gespann ziehen darf, zeigt der Anhängelast-Rechner.
Häufige Fragen
Wie berechne ich den Reaktionsweg?
Nach der Fahrschul-Faustformel teilst du die Geschwindigkeit in km/h durch 10 und multiplizierst mit 3. Das gilt für 1 Sekunde Reaktionszeit; bei 100 km/h sind es 30 m. Der Rechner multipliziert zusätzlich mit der eingegebenen Reaktionszeit, bei 2 Sekunden also 60 m.
Wie berechne ich den Bremsweg?
Für eine normale Bremsung teilst du die Geschwindigkeit durch 10 und nimmst das Ergebnis mit sich selbst mal: Bei 50 km/h sind das 5 × 5 = 25 m. Bei einer Gefahrbremsung halbierst du diesen Wert, also 12,5 m.
Was ist der Unterschied zwischen Bremsweg und Anhalteweg?
Der Bremsweg beginnt erst, wenn die Bremse wirkt. Der Anhalteweg umfasst zusätzlich den Reaktionsweg, den du ungebremst zurücklegst, bevor du überhaupt bremst. Für die Frage, ob du rechtzeitig vor einem Hindernis stehst, zählt deshalb immer der Anhalteweg.
Was ist eine Gefahrbremsung?
Eine Gefahrbremsung ist eine Vollbremsung mit maximaler Bremskraft, wie du sie in einer Notsituation ausführst. Die Verzögerung ist etwa doppelt so hoch wie bei einer normalen Bremsung, deshalb halbiert die Faustformel den Bremsweg. Der Reaktionsweg bleibt gleich.
Warum verdoppelt sich der Bremsweg nicht einfach bei doppeltem Tempo?
Die Bewegungsenergie wächst mit dem Quadrat der Geschwindigkeit, und diese Energie müssen die Bremsen abbauen. Bei doppeltem Tempo wird der Bremsweg deshalb viermal so lang: 25 m bei 50 km/h, aber 100 m bei 100 km/h (normale Bremsung).
Wie verändert sich der Anhalteweg bei Nässe oder Glätte?
Die Faustformeln gelten nur für trockene, griffige Fahrbahn. Bei Nässe sinkt die Haftung, und der Bremsweg kann sich grob verdoppeln; auf Schnee oder Eis wird er ein Vielfaches länger. Der Reaktionsweg bleibt gleich, deshalb solltest du bei schlechtem Wetter Tempo und Abstand deutlich anpassen.
Wie stark verlängert Ablenkung den Anhalteweg?
Jede Sekunde, die du später reagierst, fährt das Auto ungebremst weiter. Bei 50 km/h sind das nach Faustformel 15 m pro Sekunde, bei 100 km/h 30 m. Ein kurzer Blick aufs Smartphone von zwei Sekunden verlängert den Anhalteweg auf der Landstraße so um rund 30 m.
Bremst mein Auto in der Realität kürzer als berechnet?
Das ist möglich: Moderne Pkw mit ABS und guten Reifen erreichen auf trockenem Asphalt oft mehr Verzögerung, als die Faustformel für die Gefahrbremsung annimmt. Bei abgefahrenen Reifen, Nässe oder hoher Beladung kann es aber auch deutlich länger werden. Nutze die Werte deshalb als vorsichtige Orientierung, nicht als Zusage.