PV-Ertragsrechner

Voraussichtlichen Jahresertrag einer PV-Anlage berechnen.

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geschätzter Jahresertrag

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Richtwerte, keine Energieberatung. Faustformel ohne Standort-, Verschattungs- oder Wetterdaten; die Ausrichtungsfaktoren sind grobe Näherungen. Für eine Ertragsprognose deines Dachs brauchst du ein Solarkataster oder eine Fachplanung.

Wie wird der PV-Jahresertrag berechnet?

Der PV-Ertragsrechner beantwortet eine Frage: Wie viele Kilowattstunden Strom erzeugt eine Photovoltaikanlage voraussichtlich im Jahr? Das Ergebnis ist eine Strommenge, kein Geldbetrag. Was diese Kilowattstunden wert sind und wann sich die Anlage bezahlt macht, rechnest du anschließend im Solaranlagen-Rechner aus – dort trägst du den Jahresertrag von hier als „Erwarteten Jahresertrag“ ein.

So wird gerechnet

Jahresertrag in kWh = Anlagengröße in kWp × spezifischer Ertrag in kWh/kWp × Ausrichtungsfaktor. Der Ausrichtungsfaktor beträgt 1,0 für Süd mit günstiger Neigung, 0,95 für Südost oder Südwest, 0,85 für Ost/West und 0,65 für Nord. Der Monatswert ist der Jahresertrag ÷ 12, der Tageswert der Jahresertrag ÷ 365. Alle drei Werte werden auf ganze kWh gerundet. Es sind Durchschnitte: Im Juni erzeugt eine Anlage ein Vielfaches dessen, was sie im Dezember liefert.

Beispiel 1: Einfamilienhaus mit Süddach (Vorgabewerte)

Mit den Vorgabewerten 8 kWp, 950 kWh/kWp und Südausrichtung rechnet das Tool: 8 × 950 × 1,0 = 7.600 kWh im Jahr, im Schnitt 633 kWh pro Monat und 21 kWh pro Tag. Zum Vergleich: Laut Fraunhofer ISE erreichen PV-Dachanlagen in Deutschland im Durchschnitt aller Ausrichtungen rund 922 kWh pro kWp im Jahr. 950 kWh/kWp sind für ein gut ausgerichtetes, unverschattetes Süddach daher eine eher vorsichtige mittlere Annahme.

Beispiel 2: Ost/West-Dach

Dieselbe 8-kWp-Anlage auf einem Ost/West-Dach: 8 × 950 × 0,85 = 6.460 kWh im Jahr, 538 kWh pro Monat und 18 kWh pro Tag – also 1.140 kWh weniger als auf dem Süddach. Dafür verteilt sich die Erzeugung stärker auf Morgen und Abend. Die Verbraucherzentrale weist darauf hin, dass sich so oft mehr Strom direkt im Haus nutzen lässt, was den geringeren Ertrag teilweise ausgleichen kann.

Beispiel 3: Kleinere Anlage in Norddeutschland

Die Sonneneinstrahlung schwankt laut Fraunhofer ISE in Deutschland je nach Standort um etwa ± 10 %. Setzt du für einen Standort an der Küste 10 % weniger an, also 855 kWh/kWp, liefert eine 6-kWp-Anlage mit Südausrichtung 6 × 855 × 1,0 = 5.130 kWh im Jahr, 428 kWh pro Monat und 14 kWh pro Tag.

Schritt für Schritt

  1. Trag die Nennleistung der Anlage in kWp ein. Sie steht im Angebot oder ergibt sich aus Modulanzahl × Modulleistung, zum Beispiel 20 Module × 0,4 kWp = 8 kWp.
  2. Wähle einen spezifischen Ertrag. Ohne genauere Daten sind 900 bis 950 kWh/kWp ein vorsichtiger Mittelwert; das Solarkataster deiner Gemeinde oder deines Bundeslandes liefert oft einen Wert für dein Dach.
  3. Wähle die Ausrichtung der Dachfläche. Bei mehreren Dachflächen rechnest du jede Fläche einzeln und addierst die Ergebnisse.
  4. Lies Jahres-, Monats- und Tagesertrag ab.
  5. Übertrage den Jahresertrag in den Solaranlagen-Rechner, um Ersparnis und Amortisation zu schätzen.

Jahresertrag nach Größe und Ausrichtung

Gerechnet mit 950 kWh/kWp und den Ausrichtungsfaktoren des Rechners, gerundet auf ganze kWh:

AnlagengrößeSüdSüdost/SüdwestOst/WestNord
4 kWp3.800 kWh3.610 kWh3.230 kWh2.470 kWh
6 kWp5.700 kWh5.415 kWh4.845 kWh3.705 kWh
8 kWp7.600 kWh7.220 kWh6.460 kWh4.940 kWh
10 kWp9.500 kWh9.025 kWh8.075 kWh6.175 kWh
12 kWp11.400 kWh10.830 kWh9.690 kWh7.410 kWh
15 kWp14.250 kWh13.538 kWh12.113 kWh9.263 kWh

Ein Haushalt mit 3.500 kWh Jahresverbrauch kann davon nicht alles selbst nutzen, weil die Erzeugung tagsüber und im Sommer anfällt. Ohne Speicher verbrauchen Haushalte laut Fraunhofer ISE je nach Anlagengröße etwa 20 bis 40 % des erzeugten Stroms selbst, der Rest wird eingespeist.

Häufige Fehler und Grenzen

  • kW statt kWp: Die Wechselrichterleistung in kW ist oft kleiner als die Modulleistung in kWp. Für den Ertrag zählt die Modulleistung.
  • Verschattung durch Bäume, Gauben, Schornsteine oder Nachbarhäuser ist nicht berücksichtigt und kann den Ertrag deutlich mindern.
  • Die Ausrichtungsfaktoren sind grobe Näherungen. Neigung, flache Dächer und Mischformen beeinflussen den Ertrag zusätzlich.
  • Wetter: Einzelne Jahre weichen vom langjährigen Mittel ab, Schnee und Verschmutzung senken den Ertrag zusätzlich.
  • Alterung: Fraunhofer ISE rechnet mit rund 0,5 % weniger Ertrag pro Jahr. Der Rechner zeigt den Ertrag einer neuen Anlage.
  • Abregelung: Ist die Einspeiseleistung begrenzt oder wird die Anlage bei negativen Strompreisen abgeregelt, geht ein Teil des möglichen Ertrags verloren.
  • Der Rechner sagt nichts über Kosten, Einspeisevergütung oder Rendite aus – dafür ist der Solaranlagen-Rechner da.

Passende Rechner

Mit dem Ertrag von hier schätzt der Solaranlagen-Rechner Ersparnis, Einspeiseerlöse und Amortisationsdauer. Wie viel Dachfläche zur Verfügung steht, berechnet der Dachflächen-Rechner. Deinen aktuellen Strombedarf und seine Kosten zeigt der Stromkosten-Rechner. Einheiten wie kW, PS oder kWh rechnen der Leistungs-Konverter und der Energie-Konverter um.

Häufige Fragen

Was bedeutet kWp?

Kilowatt-Peak ist die Nennleistung der Module unter genormten Testbedingungen. Im Alltag erreicht eine Anlage diese Leistung nur selten, deshalb rechnet man den Ertrag über den spezifischen Ertrag in kWh pro kWp und Jahr.

Was ist der Unterschied zum Solaranlagen-Rechner?

Der PV-Ertragsrechner schätzt die Strommenge in kWh, die eine Anlage im Jahr erzeugt. Der Solaranlagen-Rechner rechnet diese Strommenge in Geld um: Er teilt sie in Eigenverbrauch und Einspeisung auf, bewertet sie mit Strompreis und Einspeisevergütung und schätzt daraus die Amortisationsdauer.

Welchen spezifischen Ertrag sollte ich ansetzen?

Laut Fraunhofer ISE erreichen Dachanlagen in Deutschland im Durchschnitt rund 922 kWh pro kWp, die Einstrahlung schwankt regional um etwa ± 10 %. Die Verbraucherzentrale rechnet in ihrem Beispiel mit 900 kWh/kWp. Für ein konkretes Dach liefern Solarkataster der Länder und Kommunen oder ein Fachbetrieb genauere Werte.

Warum sinkt der Ertrag bei Ost/West- oder Nordausrichtung?

Module, die nicht zur Mittagssonne zeigen, bekommen über den Tag weniger direkte Einstrahlung. Der Rechner bildet das mit einem pauschalen Faktor ab: 0,85 für Ost/West und 0,65 für Nord. Wie stark der Verlust tatsächlich ist, hängt vor allem von der Dachneigung ab – bei flachen Dächern ist er kleiner.

Ist eine Ost/West-Anlage trotz geringerem Ertrag sinnvoll?

Oft ja. Die Erzeugung verteilt sich gleichmäßiger über den Tag, sodass morgens und abends mehr Solarstrom direkt im Haus verbraucht werden kann. Weil selbst genutzter Strom mehr wert ist als eingespeister, kann das den geringeren Jahresertrag teilweise ausgleichen.

Wie genau ist die Schätzung?

Es ist eine Faustformel ohne Wetterdaten, Verschattung und genaue Dachneigung. Abweichungen von 10 % und mehr sind normal. Für eine Investitionsentscheidung solltest du dir eine Ertragsprognose für dein konkretes Dach erstellen lassen.

Wie viel Dachfläche brauche ich für 1 kWp?

Laut Verbraucherzentrale etwa fünf bis sieben Quadratmeter. Eine 8-kWp-Anlage braucht demnach rund 40 bis 56 m² geeignete, möglichst unverschattete Dachfläche.

Lässt der Ertrag mit den Jahren nach?

Ja, langsam. Fraunhofer ISE nimmt in seinen Rechnungen eine Degradation von 0,5 % pro Jahr an. Nach 20 Jahren liefert eine Anlage demnach noch rund 90 % ihres Anfangsertrags. Der Rechner zeigt den Ertrag im ersten Jahr.