Solaranlagen-Rechner
Wirtschaftlichkeit einer PV-Anlage abschätzen.
0 Jahre
geschätzte Amortisationsdauer
| Ersparnis durch Eigenverbrauch/Jahr | 0 € |
|---|---|
| Einnahmen durch Einspeisung/Jahr | 0 € |
| Gesamtnutzen pro Jahr | 0 € |
Wie wird die Amortisationsdauer berechnet?
Der Solaranlagen-Rechner schätzt, wie viel eine Photovoltaikanlage dir pro Jahr in Euro bringt und nach wie vielen Jahren sich die Anschaffung bezahlt gemacht hat. Er rechnet mit einer Strommenge, die du schon kennst oder vorher schätzt. Wie viele Kilowattstunden deine Anlage voraussichtlich erzeugt, berechnest du mit dem PV-Ertragsrechner – die Vorgabe von 7.600 kWh hier entspricht genau dessen Beispiel mit 8 kWp auf einem Süddach.
So wird gerechnet
Der Jahresertrag wird in zwei Teile aufgeteilt. Eigenverbrauch in kWh = Jahresertrag × Eigenverbrauchsanteil. Einspeisung in kWh = Jahresertrag × (1 − Eigenverbrauchsanteil). Ersparnis in Euro = Eigenverbrauch × Strompreis in ct ÷ 100, denn jede selbst genutzte kWh musst du nicht aus dem Netz kaufen. Einspeiseerlöse in Euro = Einspeisung × Einspeisevergütung in ct ÷ 100. Gesamtnutzen = Ersparnis + Einspeiseerlöse. Amortisationsdauer in Jahren = Investitionskosten ÷ Gesamtnutzen, angezeigt mit einer Nachkommastelle. Ist der Gesamtnutzen 0, zeigt der Rechner einen Strich.
Beispiel 1: 8-kWp-Anlage ohne Speicher (Vorgabewerte)
Mit den Vorgabewerten rechnet das Tool: 7.600 kWh × 30 % = 2.280 kWh Eigenverbrauch, die bei 37 ct/kWh 843,60 € Stromkosten sparen. Die übrigen 5.320 kWh werden eingespeist und bringen bei 7,7 ct/kWh 409,64 €. Zusammen sind das 1.253,24 € im Jahr. 14.560 € ÷ 1.253,24 € ergibt eine Amortisationsdauer von 11,6 Jahren. Die Vorgaben stammen aus aktuellen Quellen: 37,0 ct/kWh ist der durchschnittliche Haushaltsstrompreis 2026 laut BDEW, 7,70 ct/kWh die Einspeisevergütung der Bundesnetzagentur für Anlagen bis 10 kWp mit Inbetriebnahme ab 1. August 2026, und 14.560 € ergeben sich aus 8 kWp × 1.820 €/kWp, dem mittleren Preis für Anlagen über 6 bis 8 kWp im Preisindex der Verbraucherzentrale NRW.
Beispiel 2: Dieselbe Anlage mit Batteriespeicher
Ein Speicher mit 8 kWh kostet laut Verbraucherzentrale NRW im Mittel rund 480 € pro kWh, also 3.840 €. Die Investition steigt auf 18.400 €. Nimmt man an, dass der Eigenverbrauchsanteil dadurch auf 55 % steigt, rechnet das Tool: Ersparnis 1.546,60 €, Einspeiseerlöse 263,34 €, Gesamtnutzen 1.809,94 € im Jahr und eine Amortisationsdauer von 10,2 Jahren. Der Speicher verkürzt die Amortisation in diesem Beispiel um gut ein Jahr. Wie stark der Eigenverbrauch tatsächlich steigt, hängt von Verbrauchsprofil und Speichergröße ab – rechne mit mehreren Annahmen.
Beispiel 3: Größere Anlage mit 12 kWp
Bei Anlagen über 10 kWp gilt die Vergütung gestaffelt: 7,70 ct/kWh für den Anteil bis 10 kWp und 6,66 ct/kWh für den Rest. Für 12 kWp ergibt sich im Mittel (10 × 7,70 + 2 × 6,66) ÷ 12 ≈ 7,53 ct/kWh. Mit 11.400 kWh Ertrag (12 kWp × 950 kWh/kWp), 12 × 1.290 € = 15.480 € Investition laut Preisindex und 25 % Eigenverbrauch rechnet das Tool: Ersparnis 1.054,50 €, Einspeiseerlöse 643,82 €, Gesamtnutzen 1.698,32 € und 9,1 Jahre Amortisation. Größere Anlagen sind pro kWp günstiger, deshalb rechnen sie sich hier trotz geringerem Eigenverbrauchsanteil schneller.
Schritt für Schritt
- Trag den Gesamtpreis aus deinem Angebot ein, inklusive Montage, Gerüst und Zählerschrank.
- Trag den erwarteten Jahresertrag ein – aus dem Angebot oder aus dem PV-Ertragsrechner.
- Schätze den Eigenverbrauchsanteil: ohne Speicher meist 20 bis 40 %, mit Speicher deutlich mehr.
- Trag deinen Arbeitspreis für Netzstrom in ct/kWh ein, zum Beispiel 37 und nicht 0,37.
- Trag die Einspeisevergütung ein, die zum Zeitpunkt der Inbetriebnahme gilt.
- Lies Ersparnis, Einspeiseerlöse, Gesamtnutzen und Amortisationsdauer ab und vergleiche mehrere Angebote.
Amortisation nach Eigenverbrauchsanteil
Gerechnet mit den Vorgabewerten 14.560 €, 7.600 kWh, 37 ct/kWh und 7,7 ct/kWh:
| Eigenverbrauch | Ersparnis/Jahr | Einspeisung/Jahr | Gesamtnutzen/Jahr | Amortisation |
|---|---|---|---|---|
| 20 % | 562,40 € | 468,16 € | 1.030,56 € | 14,1 Jahre |
| 30 % | 843,60 € | 409,64 € | 1.253,24 € | 11,6 Jahre |
| 40 % | 1.124,80 € | 351,12 € | 1.475,92 € | 9,9 Jahre |
| 50 % | 1.406,00 € | 292,60 € | 1.698,60 € | 8,6 Jahre |
| 60 % | 1.687,20 € | 234,08 € | 1.921,28 € | 7,6 Jahre |
Jeder Prozentpunkt mehr Eigenverbrauch bringt hier 76 kWh, die statt 7,7 ct dann 37 ct wert sind – rund 22 € mehr im Jahr.
Häufige Fehler und Grenzen
- Betriebskosten fehlen: Fraunhofer ISE nennt rund 1 bis 2 % der Investition pro Jahr, bei 14.560 € also etwa 146 bis 291 € für Versicherung, Wartung und Zähler. Zieh sie bei Bedarf vom Gesamtnutzen ab.
- Alterung: Die Module verlieren laut Fraunhofer ISE rund 0,5 % Ertrag pro Jahr. Ein Wechselrichtertausch während der Laufzeit ist nicht eingerechnet.
- Strompreis: Der Rechner nimmt einen festen Preis an. Steigt der Strompreis, amortisiert sich die Anlage schneller, sinkt er, langsamer.
- Einspeisevergütung: Sie gilt für das Jahr der Inbetriebnahme und 20 weitere Kalenderjahre. Seit Februar 2025 wird bei negativen Börsenstrompreisen nichts vergütet; diese Zeiten werden laut Verbraucherzentrale ans Ende angehängt.
- Das EEG 2023 gilt laut Bundesnetzagentur bis 31.12.2026, eine Nachfolgeregelung wird beraten. Für Anlagen ab 2027 kann sich die Vergütung ändern.
- Speicherkosten und -verluste rechnest du selbst ein, indem du den Speicherpreis zur Investition addierst.
- Die Amortisationsdauer ist keine Rendite. Zinsen, Finanzierung und die Lebensdauer nach der Amortisation bleiben unberücksichtigt.
Passende Rechner
Den Jahresertrag für dieses Tool liefert der PV-Ertragsrechner. Deine bisherigen Stromkosten zeigt der Stromkosten-Rechner. Wer die Anlage finanziert, rechnet die Rate mit dem Kreditrechner. Für eine Bewertung mit Zinsen helfen der Kapitalwert-Rechner und der ROI-Rechner, für die Wärmeseite der Heizkosten-Rechner.
Häufige Fragen
Was ist der Unterschied zum PV-Ertragsrechner?
Der PV-Ertragsrechner schätzt, wie viele kWh eine Anlage im Jahr erzeugt. Der Solaranlagen-Rechner setzt diese Strommenge voraus und rechnet sie in Euro um: Er bewertet den selbst genutzten Teil mit dem Strompreis und den eingespeisten Teil mit der Einspeisevergütung und teilt die Investition durch diesen jährlichen Nutzen.
Wie hoch ist die Einspeisevergütung 2026?
Für Anlagen auf Gebäuden mit Teileinspeisung und Inbetriebnahme vom 1. August bis 31. Dezember 2026 nennt die Bundesnetzagentur 7,70 ct/kWh bis 10 kWp, 6,66 ct/kWh für den Anteil bis 40 kWp und 5,44 ct/kWh bis 100 kWp. Bei Volleinspeisung sind es bis 10 kWp 12,22 ct/kWh. Der Satz bei Inbetriebnahme gilt dann für die gesamte Förderdauer.
Warum ist Eigenverbrauch so viel wert?
Jede selbst genutzte kWh ersetzt Netzstrom, der 2026 laut BDEW im Schnitt 37,0 ct kostet. Eine eingespeiste kWh bringt dagegen nur die Einspeisevergütung von derzeit höchstens 7,70 ct. Deshalb verkürzt jeder zusätzliche Prozentpunkt Eigenverbrauch die Amortisation.
Was ist ein realistischer Eigenverbrauchsanteil ohne Speicher?
Laut Fraunhofer ISE erreichen Haushalte je nach Anlagengröße 20 bis 40 %. Die Verbraucherzentrale nennt für einen Vierpersonenhaushalt mit 5 kWp etwa 20 bis 30 %. Je größer die Anlage im Verhältnis zum Verbrauch, desto kleiner wird der Anteil.
Lohnt sich ein Batteriespeicher?
Das hängt vom Preis und vom zusätzlichen Eigenverbrauch ab. Im Beispiel oben verkürzt ein 8-kWh-Speicher für 3.840 € die Amortisation von 11,6 auf 10,2 Jahre, wenn der Eigenverbrauch von 30 auf 55 % steigt. Steigt er weniger oder kostet der Speicher mehr, kann sich die Amortisation auch verlängern. Rechne beide Varianten mit deinem Angebot durch.
Was kostet eine Photovoltaikanlage?
Der Preisindex der Verbraucherzentrale NRW (Angebote von Januar 2025 bis August 2026, ohne Speicher) zeigt im Mittel rund 2.090 €/kWp für 4 bis 6 kWp, 1.820 €/kWp für über 6 bis 8 kWp, 1.410 €/kWp für über 9 bis 10 kWp und 1.010 €/kWp über 16 kWp. Die Preise streuen stark, deshalb solltest du mehrere Angebote vergleichen.
Was berücksichtigt die Rechnung nicht?
Betriebskosten, Alterung der Module, einen Wechselrichtertausch, Strompreisänderungen, Finanzierungskosten, Steuern und Förderungen. Die Amortisationsdauer ist deshalb ein grober Richtwert für den Vergleich von Angeboten, keine Prognose.
Mit welchem Strompreis soll ich rechnen?
Am besten mit dem Arbeitspreis aus deinem Stromvertrag, denn den sparst du pro selbst genutzter kWh. Die Vorgabe von 37 ct/kWh ist der BDEW-Durchschnitt 2026 für Haushalte, in dem der Grundpreis anteilig enthalten ist. Da der Grundpreis auch mit PV-Anlage weiter anfällt, ist der reine Arbeitspreis meist etwas niedriger und die Ersparnis entsprechend kleiner.